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Ergebnisse der Emissionsbilanzierung 2025 der Sektion Hamburg und Niederelbe

1. Grundlage und Hintergrund

Der DAV hat das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden. Die Emissionen, die nicht vermieden oder reduziert werden können, sollen durch zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert werden. Dafür werden die Emissionen jährlich erfasst. Auf Basis dieser Bilanz werden Einsparungspotenziale sichtbar und Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Der DAV hat einen selbst gesetzten internen CO2-Preis. Aus den Emissionen und dem DAV-internen CO2-Preis errechnet sich die Höhe des Klimaschutzbudgets der Sektionen, welches für Emissions-Vermeidungs- und Reduzierungsmaßnahmen einzusetzen ist (Deutscher Alpenverein, 2025, S. 2).

Grundlage für die Bilanzierung ist das „Greenhouse Gas Protocol“. Es bietet einen globalen, standardisierten Rahmen zum Erfassen und Managen von Treibhausgasemissionen. Die Ergebnisse sind in der Einheit Tonnen CO₂e dargestellt. CO₂e steht für CO2-Äquivalent. Diese Maßeinheit ermöglicht es, die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase zu vergleichen (Greenhouse Gas Protocol, o. D.).

Im Folgenden wird der Bezugsrahmen der Bilanzierung näher beschrieben. Anschließend werden die Ergebnisse dargestellt. Weitere Details der Bilanzierung, z.B. welche Treibhausgase mit einbezogen werden, sind unter Hintergrundwissen zu finden.

 

1.1 Bezugsrahmen

Es wird immer ein Kalenderjahr ausgewertet. Des Weiteren geben organisatorische und operationale Grenzen folgenden Rahmen:
  • Die organisatorischen Grenzen legen fest, welche Organisation mit welchen Standorten die CO2-Bilanz umfasst. Unsere Bilanzierung umfasst das Kletterzentrum und die Geschäftsstelle, sowie unsere fünf Hütten und die dazugehörigen Wege.
  • Die operationalen Grenzen legen fest, welche Emissionsquellen innerhalb der organisatorischen Grenzen berücksichtigt werden. Zum Standort Kletterzentrum und Geschäftsstelle gehören u. a. Einkäufe, Dienstleistungen, aber auch die An- und Abreise von Teilnehmenden zu Veranstaltungen. Ausgenommen sind z.B. die privaten Anreisen zur individuellen Nutzung der Hütten oder des Kletterzentrums.

2. Ergebnisse

Im Vergleich zum ersten Bilanzierungsjahr 2023 konnten die Ergebnisse 2024 und 2025 bereits mit einer höheren Genauigkeit ermittelt werden. In einigen Bereichen lagen jedoch weiterhin nur begrenzte Datengrundlagen vor. Zur leichteren Einordnung der Datenqualität (hohe Verlässlichkeit und Aussagekraft der Daten) wird ein Ampelsystem verwendet: Rot steht für eine geringe, Gelb für eine mittlere und Grün für eine hohe Datenqualität. Die Farbe Rot musste in diesem Jahr nicht mehr vergeben werden.

Tabelle 1: Die gesamten Emissionen der Sektion Hamburg und Niederelbe im Jahr 2025 und die jeweilige Aussagekraft der Daten
Tabelle 1: Die gesamten Emissionen der Sektion Hamburg und Niederelbe im Jahr 2025 und die jeweilige Aussagekraft der Daten

Bei den Aktivitäten unserer Sektion sind 2025 insgesamt 493,18 t CO₂e entstanden. Dabei ist der größte Posten mit 57,9 % die Geschäftsstelle und das Kletterzentrum. Im Folgenden werden die Standorte und die dazugehörigen Emissionsquellen näher erläutert.

Abbildung 1: Die gesamten Emissionen der Sektion Hamburg und Niederelbe im Jahr 2025 liegen bei 493,18 t CO₂e
Abbildung 1: Die gesamten Emissionen der Sektion Hamburg und Niederelbe im Jahr 2025 liegen bei 493,18 t CO₂e

Hinweis: Aufgrund der Rundung der Einzelwerte kann es zu geringfügigen Abweichungen bei der Summenbildung der Grafiken kommen. Die Gesamtsumme wurde auf Basis der ungerundeten Werte berechnet.

 

2.1 Geschäftsstelle und Kletterzentrum

Abbildung 2: Die Emissionen des Kletterzentrums und der Geschäftsstelle im Jahr 2025 liegen insgesamt bei 285,44 t CO₂e
Abbildung 2: Die Emissionen des Kletterzentrums und der Geschäftsstelle im Jahr 2025 liegen insgesamt bei 285,44 t CO₂e

Mit Gesamtemissionen von 285,44 t CO₂e entfallen im Jahr 2025 die größten Anteile auf Waren und Dienstleistungen mit 61,2 %, sowie auf die Veranstaltungsaktivitäten mit 30,1 %. Deutlich kleinere Beiträge leisten Energie und energiebezogene Aktivitäten mit 6,9 % sowie Pendeln und Homeoffice mit 1,8 %.
Die Kategorie „Energie und energiebezogene Aktivitäten“ umfasst insbesondere den Verbrauch von Öko-Gas sowie Emissionen, die mit der Bereitstellung, Umwandlung und dem Transport von Energie verbunden sind. Der Stromverbrauch des Vereins wird weiterhin über die vereinseigene Photovoltaikanlage und zertifizierten Ökostrom von Polarstern gedeckt. Da dieser mit einem Emissionsfaktor von 0 bilanziert wird, entstehen hierfür in der Bilanz keine Emissionen.

Die Datenqualität unterscheidet sich zwischen den einzelnen Kategorien. Die Angaben zu „Waren und Dienstleistungen“, „Energie und energiebezogenen Aktivitäten“ sowie „Pendeln und Homeoffice“ gelten als belastbar und verlässlich. Die Emissionen aus „Veranstaltungsaktivitäten“ beruhen dagegen teilweise auf Annahmen und weisen daher eine höhere Unsicherheit auf, da hier nicht für alle Veranstaltungen vollständige und gleich detaillierte Daten vorliegen.

Gegenüber dem Vorjahr (247,59 t CO₂e) sind die Gesamtemissionen um 37,85 t CO₂e beziehungsweise 15,3 % gestiegen. Dieser Anstieg ist vor allem auf mehrere außergewöhnliche Investitionen und Maßnahmen zurückzuführen. Dazu zählen insbesondere die Anschaffung eines neuen Vereinsbusses, die allein rund 20,28 t CO₂e verursacht hat, sowie verschiedene Baumaßnahmen im Kletterzentrum. Diese Maßnahmen erhöhen die bilanzierten Emissionen kurzfristig, stellen jedoch langfristige Investitionen in die Infrastruktur, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit des Vereins dar.

Veranstaltungen
Die Emissionen aus Veranstaltungsaktivitäten beliefen sich 2025 auf 85,91 t CO₂e und machen damit rund 30,1 % der gesamten Emissionen der Geschäftsstelle und des Kletterzentrums aus. Dazu zählen vor allem die Emissionen, die durch die An- und Abreise von Kursteilnehmenden und Trainer*innen entstehen. Auch die von der Sektion bereitgestellte Verpflegung bei Veranstaltungen sowie die Aktivitäten unserer Gruppen fließen hier ein.

Gegenüber 2024 (90,52 t CO₂e) sind die Emissionen in diesem Bereich leicht gesunken. Den größten Anteil verursachte weiterhin die Mobilität der Teilnehmenden und Kursleitenden, die mit 76,2 % für mehr als drei Viertel der Emissionen aus Veranstaltungsaktivitäten verantwortlich war. Die Ergebnisse verdeutlichen erneut, dass die An- und Abreise bei Veranstaltungen einen großen Hebel für Emissionsreduktionen darstellt.

Waren und Dienstleistungen
Durch Waren und Dienstleistungen entstanden im Jahr 2025 insgesamt 174,59 t CO₂e. Damit entfällt mit 61,2 % der größte Anteil der Gesamtemissionen der Geschäftsstelle und des Kletterzentrums auf diese Kategorie. Erfasst wurden unter anderem Kletter- und Büroausstattung, Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen, Reinigungs- sowie weitere externe Dienstleistungen. Die Bilanzierung basiert auf Rechnungen und weiteren belastbaren Daten und ist daher als verlässlich einzustufen.

Den größten Anteil machen Instandhaltung und Baumaßnahmen mit 42,38 t CO₂e (24,3 %) aus. Dazu zählen unter anderem die Sanierung der Duschen, die neue Einbruchmeldeanlage und der Umbau des Mitarbeitendenraums. Weitere relevante Emissionsquellen sind Kraftfahrzeuge (12,6 %), Reinigungsdienste (12,1 %) und Lebensmittel (11,8 %). Bei den Kraftfahrzeugen entfällt der größte Anteil auf die Anschaffung des neuen Vereinsbusses mit 20,28 t CO₂e.

Gegenüber 2024 sind die Emissionen um 37,2 t CO₂e bzw. 27,2 % gestiegen. Der Anstieg lässt sich insbesondere durch die Baumaßnahmen und die Anschaffung des neuen Vereinsfahrzeugs erklären.

2.2 Hütten und Wege

Durch den Betrieb und die Instandhaltung unserer Hütten und Wege entstanden 2025 insgesamt rund 207,74 t CO₂e. Die Niederelbehütte, die Sepp-Ruf-Hütte und die Hohensteinhütte konnten auf Basis detaillierter Verbrauchs- und Betriebsdaten bilanziert werden.
Für die Hamburger Skihütte und das Ramolhaus wurde die neu etablierte Pauschalbilanzierung vom Bundesverband eingeführt. Dabei werden die Emissionen anhand von Merkmalen wie Hüttentyp, Größe, Bewirtschaftung und vergleichbaren Alpenvereinshütten abgeschätzt.

Niederelbehütte
Mit 29,18 t CO₂e gehört die Niederelbehütte zu den emissionsärmeren Hütten der Sektion. Gegenüber dem Vorjahr (49,18 t CO₂e) konnten die bilanzierten Emissionen deutlich reduziert werden. Die Hütte wird in vielen Bereichen bereits heute beispielhaft nachhaltig betrieben. So verfügt sie über eine autarke Energieversorgung und nutzt erneuerbare Energien mittels einer Photovoltaikanlage sowie einer Durchwasserrohrleitung. Auch bei der Verpflegung wird bereits auf Nachhaltigkeit geachtet, indem viele regionale Lebensmittel im Hüttenbetrieb verwendet werden.

Bei der Betrachtung der Emissionen zeigt sich, dass die größten Anteile auf Fleisch (29 %), weitere Lebensmittel (7 %) und alkoholische Getränke (17 %) entfallen. Dies ist vor allem auf die vergleichsweise hohen Emissionsfaktoren von Fleisch und Alkohol zurückzuführen. Da die Niederelbehütte durch die Energieversorgung bereits sehr emissionsarm aufgestellt ist, fallen diese Bereiche in der Gesamtbilanz entsprechend stärker ins Gewicht. Die Ergebnisse zeigen damit auch, wo trotz des bereits nachhaltigen Betriebs noch Ansatzpunkte für weitere Verbesserungen liegen.

Der Rückgang der Emissionen im Jahr 2025 fällt zeitlich mit der Erneuerung der Diasbahn zusammen, während der die Erreichbarkeit der Hütte zeitweise eingeschränkt war. Zudem fand 2025 keine größere Baumaßnahme statt, wie dies im Vorjahr der Fall war. Die vorliegenden Daten erlauben jedoch keine belastbare Aussage darüber, in welchem Umfang die Entwicklung tatsächlich auf die Auslastung oder andere Faktoren zurückzuführen ist. Die fortlaufende Bilanzierung der Emissionen wird künftig dabei helfen, Entwicklungen besser einzuordnen.

Hamburger Skihütte und Ramolhaus
Die Hamburger Skihütte verursachte 2025 108,30 t CO₂e und das Ramolhaus 51,29 t CO₂e. Damit liegen beide Hütten deutlich über den im Vorjahr bilanzierten Werten von 55,00 t CO₂e (Hamburger Skihütte) beziehungsweise 36,00 t CO₂e (Ramolhaus).

Für beide Hütten wurde 2025 die oben erwähnte neue Pauschalvariante in der Bilanzierung angewendet, die eine realistische Erfassung der Emissionen ermöglichen soll. Die höheren Werte sind daher nicht zwangsläufig auf einen höheren Verbrauch oder eine stärkere Nutzung der Hütten zurückzuführen. Die Werte sind aufgrund der methodischen Umstellung deshalb nur eingeschränkt mit den Vorjahresergebnissen vergleichbar.

Sepp-Ruf-Hütte und Hohensteinhütte
Die Emissionen der Sepp-Ruf-Hütte lagen 2025 bei 17,06 t CO₂e und damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (16,61 t CO₂e). Hier gab es mehrere neue Anschaffungen, wie einen neuen Kühlschrank und Möbel. Im Vorjahr (2024) wurden mehrere Reparaturarbeiten durchgeführt, z.B. an der Heizungsanlage.

Die Hohensteinhütte verursachte 2025 lediglich 1,18 t CO₂e und gegenüber den Vorjahren (3,73 t CO₂e) zeigt sich ein Rückgang. Bei der Einordnung der Entwicklung ist zu berücksichtigen, dass im Jahr 2024 größere Baumaßnahmen am Dach durchgeführt wurden, die sich auf die Bilanz ausgewirkt haben. Ohne diese Sonderfaktoren wird deutlich, dass die wenig frequentierte Mittelgebirgshütte, die mit Ökostrom betrieben wird, kaum betriebsbedingte Emissionen verursacht.

Wege
Für den Bereich Wege wurden 2025 0,73 t CO₂e bilanziert. Die Emissionen liegen damit nahezu unverändert auf dem Niveau des Vorjahres. Hierzu zählen die Emissionen, die durch die An- und Abreise zu den Wegebauarbeiten entstanden sind. Aufgrund der klimatischen Veränderungen ist davon auszugehen, dass die Wegebauarbeiten in den kommenden Jahren aufwendiger werden und hier mehr Emissionen entstehen.

3. Einordnung und Ausblick

3.1 Emissionen pro Mitglied

Die Sektion Hamburg und Niederelbe verursacht im Jahr 2025 rechnerisch 19,9 kg CO₂e pro Mitglied. Damit liegt die Sektion deutlich unter dem zuletzt veröffentlichten Vergleichswert des DAV-Bundesverbands von 32,3 kg CO₂e pro Mitglied (2024). Aktuelle Vergleichswerte anderer DAV-Sektionen liegen derzeit (Stand: August 2026) nicht vor, sodass eine belastbare Einordnung innerhalb des DAV nur eingeschränkt möglich ist.

3.2 Die größten Hebel und Ausblick

Die Emissionsbilanz zeigt nicht nur, wo Emissionen entstehen, sie hilft auch dabei zu erkennen, an welchen Stellen wir künftig besonders wirksam ansetzen können.

Ein wichtiger Hebel liegt weiterhin bei der Energieversorgung von Geschäftsstelle und Kletterzentrum. Hier arbeiten wir bereits daran, den verbleibenden Einsatz fossiler Energien weiter zu reduzieren.

Bei unseren Veranstaltungen wird deutlich, dass die Mobilität der Teilnehmenden den größten Emissionsanteil verursacht. Hier wollen wir weiter daran arbeiten, die Anreise mit Bahn und öffentlichen Verkehrsmitteln attraktiver zu machen. Außerdem sollten wir den Bedarf an Flugreisen weiter kritisch hinterfragen.

Ein weiterer Hebel liegt bei der Ernährung auf den Hütten ebenso wie im Kletterzentrum. Hier wird sichtbar, dass insbesondere Fleischprodukte hohe Emissionen verursachen. Dabei zeigt sich im Bistro des Kletterzentrums, dass fleischhaltige Angebote weiterhin nachgefragt werden. Eine Möglichkeit damit umzugehen kann sein, mehr attraktive klimafreundliche Alternativen anzubieten. Außerdem hat die Sektionsjugend beschlossen, dass die Verpflegung auf allen Jugendveranstaltungen der Sektion nach Möglichkeit mindestens vegetarisch sein muss.

Auch bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen besteht Potenzial. Gerade Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen, technische Anschaffungen oder Fahrzeuge verursachen oft hohe Emissionen, wirken jedoch über viele Jahre. Künftig kann es helfen, Klimaschutzaspekte noch stärker in Investitionsentscheidungen einzubeziehen und die Lebensdauer vorhandener Ausstattung möglichst zu verlängern.

Bei den Hütten liegen die größten Potenziale neben der Ernährung vor allem in der energetischen Sanierung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Für die Hamburger Skihütte laufen bereits Planungen und Maßnahmen zur energetischen Verbesserung und das Wasserkraftwerk auf der Niederelbehütte wurde 2024 erneuert.

Die Emissionsbilanz macht deutlich: Es gibt noch viele Hebel, an denen wir weiterarbeiten. Gleichzeitig zeigt sie, dass bereits heute an vielen Stellen Maßnahmen in Richtung Klimaschutz umgesetzt werden. Die Bilanzierung hilft uns dabei, Entwicklungen sichtbar und transparent zu machen und zukünftige Maßnahmen gezielt auszurichten. So können wir unseren Beitrag dazu leisten, die Klimaziele des DAV zu erreichen und den Bergsport auch für kommende Generationen zu ermöglichen.

Vielen Dank für eure Hilfe bei der Emissionsbilanzierung! Fragen und Anregungen gerne an klimaschutz@dav-hamburg.de.


Für die Neugierigen…
… gibt es hier noch mehr Details: Hintergrundwissen, z.B. welche Treibhausgase mit einbezogen werden und nach welchen Prinzipien bilanziert wird.

Literaturverzeichnis

Deutscher Alpenverein e. V. (2025): Klimaschutzkonzept des DAV. Online verfügbar unter: [https://www.alpenverein.de/files/natur/2025_klimaschutzkonzept.pdf] (Zugriff: 12.08.2026).

Greenhouse Gas Protocol (o. D.): Corporate Standard. Online verfügbar unter:
[https://ghgprotocol.org/corporate-standard] (Zugriff: 12.08.2026).