Klettern bedeutet Freiheit: Zeit in der Natur verbringen, Menschen treffen und gemeinsam am Fels sein. Doch genau hier beginnt oft das Problem: volle Parkplätze, lange Autofahrten und die Frage, ob wirklich jede Seilschaft einzeln mit dem Auto anreisen muss. Hier setzt Ecopoint an.
Die Idee basiert auf dem Konzept „Rotpunkt“, das Kurt Albert in den 1970er-Jahren prägte. Ein roter Punkt am Fels stand für eine Route, die frei, also ohne technische Hilfsmittel oder Ruhepausen, geklettert wurde. Dieses Prinzip hat den Klettersport bis heute nachhaltig beeinflusst. Ecopoint denkt diese Idee weiter: Nicht nur das Klettern selbst, sondern auch der Weg zum Fels soll möglichst umweltfreundlich sein. Die Initiative wurde ins Leben gerufen, um zu zeigen, dass viele Klettergebiete auch mit Bahn, Bus und Fahrrad gut erreichbar sind. Nachhaltiges Klettern bedeutet dabei keinen Verzicht, sondern oft sogar einen Gewinn: weniger Stress und Stau, mehr Zeit in der Natur, neue Wege entdecken und die Anreise als Teil des Abenteuers erleben. Mit Bahn und Fahrrad beginnt die Tour nicht erst am Fels, sondern schon unterwegs. Mehr zu dem Konzept und Inspirationen findest du auf Ecopoint Climbing.Hier sind drei Touren-Ideen ab Hamburg Hbf, die mit dem Deutschlandticket fahrbar sind. Die beschriebenen Touren sind nur Beispiele und sollen vor allem als Orientierung dienen. Informiert euch kurz vor der Fahrt noch einmal über aktuelle Zugverbindungen, die Notwendigkeit eines Fahrradtickets, mögliche Sperrzeiten an den Felsen und die Bedingungen vor Ort. Achtet unterwegs auf den Verkehr und plant ein, dass nicht alle Abschnitte über offizielle oder getrennte Radwege führen.
⛰️ Sportklettern im Weserbergland, ruhige Waldwege und ein Zeltplatz direkt an den Felsen.
🚆 ca. 3,5 h
🚲 ca. 18 km
Der Ith ist wahrscheinlich das bekannteste Sportklettergebiet Norddeutschlands. Und überraschend gut erreichbar ist es auch. Hier gibt es verschiedene Felsen und Übernachtungsmöglichkeiten. Wir beschreiben hier beispielhaft die Anreise zum Ith-Zeltplatz direkt an den Lüerdissener Klippen.
Zug: Von Hamburg geht es mit dem Regionalzug über Buchholz nach Hannover und weiter mit dem RE2 nach Alfeld. Schon die Zugfahrt durchs Weserbergland macht Lust aufs Wochenende → ca. 3,5 h
Fahrradtour: Ab Alfeld fährst du durch kleine Fachwerkorte und offene Felder Richtung Duingen, meist auf ruhigen Landstraßen und einzelnen Radwegen. Hinter Duingen wird die Strecke waldiger und leicht hügelig, während der Ith langsam als langer bewaldeter Höhenzug neben dir auftaucht. Die letzten Kilometer zum Zeltplatz führen durch den Wald, insgesamt eher naturnah als verkehrsreich → ca. 18 km
🌲 Sandsteinfelsen, wenig Verkehr und entspannte Wege durch den Göttinger Wald.
🚆 ca. 4–5 h
🚲 ca. 5/ 9 km
Im Göttinger Wald findest du Sandsteinfelsen, ruhige Waldwege und überraschend viel Natur direkt vor der Universitätsstadt. Auch hier gibt es verschiedene Felsen, Zeltplätze und Unterkünfte. Wir beschreiben hier den Weg bis Mariaspring.
Zug: Von Hamburg Hbf geht es zuerst mit dem Regionalverkehr nach Hannover. Dort steigt man in einen Regionalzug Richtung Göttingen um.
Wenig Fahrrad, viel Klettern: Wer die Fahrradtour verkürzen möchte, kann schon in Nörten-Hardenberg aussteigen. Die Strecke führt zunächst durch kleine Ortschaften und Felder am Rand des Leinetals, bevor langsam die bewaldeten Hügel auftauchen. Hinter Bovenden wird es waldiger und die Straßen kleiner. Der Anstieg Richtung Mariaspring zieht sich zwar ein wenig, fährt sich aber angenehm gleichmäßig → ca. 5 km
Für alle, die lieber mehr radeln: Man kann auch bis Göttingen fahren. Mit dem Fahrrad fährt man dann Richtung Bovenden und weiter hoch in den Göttinger Wald. Die ersten Kilometer rollen flach aus der Stadt heraus, danach wird es waldiger und ruhiger. Hinter Bovenden steigt die Straße langsam an, bis man schließlich Richtung Mariaspring und den Kletterfelsen kommt → ca. 9 km
⛰️ Steile Granitwände und wilde Landschaft mitten im Harz.
🚆 ca. 4–5 h
🚲 ca. 9 km
Im Harz gibt es viele Möglichkeiten zum Wandern, Klettern und Radfahren. Wir beschreiben hier die Anfahrt in das Okertal. Es gehört mit seinen steilen Granitwänden und wilden Landschaft zu den beeindruckendsten Boulder- und Trad-Klettergebieten Norddeutschlands.
Zug: Mit nur zwei Umstiegen in Buchholz und Hannover kommt man zum Bahnhof Goslar → ca. 4h 15 min
Fahrradtour: Ab Goslar rollst du zunächst gemütlich durch den historischen Stadtrand und folgst dann der Oker flussaufwärts. Die Straße folgt der Oker tief hinein in den Harz. Der Verkehr wird weniger, die Felsen höher und dann tauchen links und rechts die bekannten Kletterwände auf → ca. 9 km (abhängig von dem konkreten Ziel im Okartal)
Oder mit dem Bus: Ab dem Bahnhof Bad Harzburg fährt eine Buslinie ins Okartahl (810) und hält direkt an einem der Campingplätze. Das Fahrrad macht dich vor Ort mobiler, aber auch die Anreise mit ÖPNV ist mit drei Mal Umsteigen möglich (z.B. bis zur Bus Station Göttingerode Campinplatz, Bad Harzburg) → 5 h
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