Outdoorbekleidung soll trocken halten, Wind abweisen und möglichst lange funktionieren, gerade in den Bergen ist das wichtig. Viele Jacken, Hosen oder Schuhe bestehen deshalb aus technischen Materialien, die wasser- und schmutzabweisend sind. Genau hier kommen allerdings Stoffe ins Spiel, über die in den letzten Jahren immer häufiger diskutiert wird: PFAS und Mikroplastik.
PFAS ist die Abkürzung für „per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen“. Dahinter steckt eine große Gruppe industriell hergestellter Chemikalien, die besonders wasser-, fett- und schmutzabweisend sind. Deshalb werden sie unter anderem in Outdoorjacken, Schuhen, Membranen oder Imprägniermitteln eingesetzt. PFAS gelangen dabei nicht nur bei der Herstellung in die Umwelt. Auch beim Waschen, durch Abrieb oder über alte Imprägnierungen können Stoffe freigesetzt werden.
Das Problem: Viele PFAS bauen sich in der Umwelt kaum oder gar nicht ab. Deshalb werden sie oft auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. Einige dieser Stoffe stehen außerdem im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein oder sich in Umwelt und Nahrungsketten anzureichern.
Mikroplastik steckt nicht nur in Verpackungen oder Kosmetik, auch unsere Kleidung spielt eine große Rolle. Besonders Textilien aus Kunstfasern wie Polyester, Nylon oder Acryl verlieren beim Tragen und Waschen winzige Plastikfasern. Diese gelangen über das Abwasser in Flüsse, Meere und letztlich auch in unsere Nahrungskette.
Das bedeutet nicht, dass Outdoorbekleidung grundsätzlich schlecht ist. Hochwertige Funktionskleidung kann viele Jahre halten und dadurch sogar nachhaltiger sein als häufig neu gekaufte Billigprodukte. Entscheidend ist vor allem, wie bewusst wir Kleidung auswählen, nutzen und pflegen.
Bewusster kaufen
Wer neue Outdoorbekleidung kauft, kann auf einige wichtige Punkte achten:
Hinweise wie „PFC-frei“, „fluorfrei“ oder „frei von PFAS“ können eine erste Orientierung geben. Gleichzeitig lohnt es sich, weniger auf kurzfristige Trends und mehr auf Qualität und Haltbarkeit zu achten.
Naturfasern bevorzugen
Wo keine hochfunktionellen Materialien nötig sind, können Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Hanf oder Wolle eine gute Alternative sein. Sie setzen kein Mikroplastik frei und sind oft angenehm zu tragen.
Kleidung länger nutzen oder gebraucht kaufen
Die nachhaltigste Jacke ist meistens die, die bereits im Schrank hängt. Kleidung möglichst lange zu tragen, zu reparieren oder gebraucht weiterzugeben spart Ressourcen und reduziert Müll.
Weniger und schonender waschen
Outdoorbekleidung muss nicht nach jeder Nutzung gewaschen werden. Oft reicht Auslüften völlig aus. Beim Waschen helfen niedrige Temperaturen, Schonprogramme und eine volle Waschmaschine dabei, Faserabrieb zu reduzieren.
Mikrofasern auffangen
Spezielle Waschbeutel oder Filter können Mikroplastik bereits beim Waschen zurückhalten und verhindern, dass es ins Abwasser gelangt.
Das Thema Nachhaltigkeit kann schnell überfordernd wirken. Doch niemand muss sofort alles austauschen oder perfekt plastikfrei leben. Oft machen schon bewusste Entscheidungen einen Unterschied: Kleidung länger tragen, seltener neu kaufen, reparieren statt ersetzen oder beim nächsten Kauf genauer hinschauen.
Nachhaltiger Outdoor- und Bergsport bedeutet nicht, perfekt zu sein. Es geht vielmehr darum, Schritt für Schritt verantwortungsvoller mit Natur, Ressourcen und Ausrüstung umzugehen.
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