Auf dem Weg zur Brunnsteinhütte: Spektakuläre Hängebrücke im Karwendel fertiggestellt
Für Wanderer ist damit der landschaftlich beeindruckende Leitersteig von Mittenwald zur Brunnsteinhütte endlich wieder passierbar. Die neue Brücke ersetzt Eisenleitern, die 2007 bei einem Gewitter zum großen Teil weggerissen wurden.
Insgesamt 600 Arbeitsstunden waren nötig, um das außergewöhnliche Bauwerk fertigzustellen. Mit der Planung beauftragte die Sektion Mittenwald den Architekten Hansjörg Wechselberger, die Installation vor Ort übernahmen vier Spezialisten. Ohne die große Erfahrung der Beteiligten wäre das Projekt kaum realisierbar gewesen: Im Verlauf der Arbeiten erwies sich der geologische Aufbau des Gesteins als kompliziert und labil. Letztlich mussten die Verankerungen der Brücke bis zu sieben Meter tief in den Fels getrieben werden. Die Anstrengungen haben sich allerdings gelohnt: Eine stabile und ästhetisch gelungene Hängebrücke überspannt jetzt die Sulzleklamm. Die ohnehin beeindruckende alpine Landschaft an dieser Stelle lässt sich nun besonders einprägsam erleben.
Der ursprüngliche Anstoß für das Vorhaben kam von Hans-Peter Gallenberger, dem Wirt der Brunnsteinhütte. Die DAV-Sektion Mittenwald, der die Brunnsteinhütte gehört, war für das Projekt allerdings leicht und schnell zu gewinnen. Zwar kommen dadurch erhebliche Kosten auf die Sektion zu. Mit der Bayerischen Versicherungskammer hat der DAV jedoch einen starken Partner, der sich bei solchen Vorhaben stark engagiert und dadurch erst möglich macht.
Der Deutsche Alpenverein gibt pro Jahr bis zu fünf Millionen Euro für Hütten und Wegesanierungen in den bayerischen Alpen aus. Vom Freistaat Bayern erhält der DAV nach einem vollständigen Finanzierungsstopp seit 2007 zumindest wieder 60.000 Euro im Jahr für das Wegenetz; seit 2009 beträgt die jährliche Fördersumme 150.000 Euro. Problematischer stellt sich die Situation bei der Finanzierung der Sanierung der Alpenvereins-Hütten dar. Denn nach dem Ende der Förderung der 65 DAV-Hütten in den bayerischen Alpen im Jahr 2005 und dem damit verbundenen Wegfall von 400.000 Euro Zuschüssen pro Jahr gibt es derzeit eine bei weitem nicht ausreichende finanzielle Unterstützung von einzelnen Baumaßnahmen durch den Freistaat Bayern. Dies erschwert die Finanzierung von dringend notwendigen Sanierungsprojekten. Auch deshalb ist der Deutsche Alpenverein auf Partnerschaften wie die mit der Versicherungskammer Bayern angewiesen.
Partnerschaft für mehr Sicherheit: Die Versicherungskammer Bayern
Die Versicherungskammer Bayern ist seit 1997 Partner des Deutschen Alpenvereins im Bereich Hütten und Wege. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurden schon viele Maßnahmen in den Bayerischen Alpen realisiert – wie zum Beispiel die Sanierung des Mindelheimer Klettersteiges 2007 oder die Beseitigung von Unwetterschäden am Zustieg zur Reintalangerhütte am Fuße der Zugspitze. Ohne die zuverlässige Unterstützung könnten nur deutlich weniger Sanierungen verwirklicht werden. Seit Beginn der Kooperation flossen über eine Million Euro an Zuschüssen in Sanierungsprojekte verschiedener Sektionen.
01.07.2010, Christine Frühholz





